AT020: Über spielende Regisseure und packende Herausforderungen

AT020

1. Teil – Challenge: „Ein Film, in dem dessen Regisseur*in mitspielt“
Multitalente vor und hinter der Kamera waren gesucht, denn unsere aktuelle Challenge hieß „Ein Film, in dem dessen Regisseur*in mitspielt“.
In Do the Right Thing (1989) spielt Spike Lee selbst den Pizzajungen Mookie, der ins Zentrum rassistisch aufgeladener Spannungen gerät, als der heißeste Tag des Jahres in Brooklyn die Emotionen überkochen lässt. Den Kontrapunkt setzt der kühle Revolverheld Clint Eastwood, der als William Munny im „Coming-of-Old-Age“-Drama Unforgiven (1992) ein letztes Mal in den Sattel steigt, um einen Abschiedsbrief an das Western-Genre zu hinterlassen.

2. Teil – Diskussion: Filmchallenges
Im zweiten Teil entsteht so etwas wie die ultimative Meta-Ausgabe der Archivtöne, denn wir haben uns Filmchallenges im Allgemeinen als Diskussionsthema herausgepickt. Nachdem der #Horrorctober gerade erst abgeschlossen ist und mit dem #Japanuary schon die nächste große Challenge in den Startlöchern steht, scheint die Begeisterung für selbst gesteckte Ziele im Filmkonsum selten größer gewesen zu sein. Da diese Faszination schließlich auch zur Gründung der Archivtöne beigetragen hat, lassen wir es uns nicht nehmen, ihr eine eigene Sendung zu widmen.
Vom Hitchcock-Dienstag bis zum 365-Filme-Jahr und der Ingmar-Bergman-Challenge berichten wir dabei von den Herausforderungen, die wir uns in der Vergangenheit gesteckt haben, erzählen auch von unseren Marathon-Erfahrungen und finden heraus, warum die Vorbereitung manchmal viel mehr Spaß macht als das eigentliche Event.

Veröffentlicht am 18.11.2017

  • Alle Folgen von Kamils #Horrorctober-Spin-off
  • Jan beim Spätfilm-Podcast über In the Mouth of Madness
  • Kamil bei Enough Talk! über Der Mieter
  • Kamil bei der Bildnachwirkung über Possession

  • 2 Gedanken zu “AT020: Über spielende Regisseure und packende Herausforderungen

    1. Schöne Folge! Aber an einer Stelle muss ich euch widersprechen: Ihr sagtet Clint Eastwood wäre Rassist. Zumindest aus seinen Filmen spricht eine andere Sprache. Er ist es nicht (mehr). Er ist stockkonservativ und macht ja keinen Hehl daraus, dass er überzeugter Republikaner ist. Aber in seinem Spätwerk setzt er sich ja immer wieder mit Rassismus auseinander und dekonstruierz ihn toll: Besonders in Gran Torino und im Double Feature Flags of our Fathers/Letters from Iwo Jima.

      • Spannendes Fass, das du da aufmachst. Erstmal, klar: “Rassist” war einfach schnell dahergesagt und sollte eher für alle Eigenschaften, die man mit einem verbitterten rechten Opa verbindet. Trotzdem würde ich meine Wortwahl verteidigen.

        1. Wie erwähnt kenne ich alle Filme von Eastwood und bin auch innerhalb des Werks nicht ganz so optimistisch wie du. Selbst wenn wir die ganzen sehr problematischen alten Sachen (The Eiger Sanction, uargh!) mal außer Acht lassen, finde ich auch gerade sein jüngeres Werk teils sehr besorgniserregend. Gegen die Perversität eines American Sniper wirkt es beinahe nur unbedacht, wenn er wie im vorliegenden Film Unforgiven den schwarzen Sidekick auspeitschen und Offscreen verrecken lässt.

        2. Tschuldigung, aber wer sich als Trump-Apologet inszeniert und auf Rassismus-Vorwürfe entgegnet “Zu meiner Zeit hat man das nicht rassistisch genannt!”, hat jede Schelte verdient.

        3. Wenn ich darüber nachdenke, beziehe ich mein Bild von Eastwood als Rassist vorwiegend aus dem jahrelangen Streit, den er mit Spike Lee hatte. Das wäre in dieser Folge eigentlich noch interessant zu erwähnen gewesen. Schade!

        Soweit meine Gedanken dazu. Jedenfalls danke für deine Anmerkung!

        Grüße,
        Jan

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